Frankfurt Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.frankfurt-lese.de

Weiterempfehlen

Unser Leseangebot

Florian Russi
Der Drachenprinz

Ins volle Leben greifen diese Geschichten: Liebe und Hass, Freude und Leid, Solidarität und Hinterlist, Tugend und Skrupellosigkeit, Verrat, Rache, Mord, Gier, Mobbing, Impotenz... Kaum ein Thema wird ausgespart.

ISBN: 978-3-937601-08-3
Preis: 17,80 € 

Der Hainer Hof

Karl Wilhelm Ferdinand Enslin

Karl Wilhelm Ferdinand Enslin (1819-1875) fasste zunächst den Plan, historische Aufsätze über seine Heimatstadt Frankfurt zusammenzutragen und zu verfassen, die sich an ein größeres Publikum richten, die historischen Gegebenheiten bekannt machen und Liebe zu seiner Vaterstadt hervorrufen sollten. Bald aber entwickelte sich das Buch durch Recherchen und Sammeltätigkeit zu einer Sammlung von hauptsächlich Sagen. Enslin beschloss ein Frankfurter Sagenbuch herauszugeben, das es bisher noch nicht gab. Er bediente sich verschiedener Quellen, hauptsächlich Sagensammlungen, auch der der Brüder Grimm, und Geschichtsbüchern über Frankfurt, die er bearbeitete.

Anna Hein

 

Der Hainer Hof

Bernhard von Clairvaux konnte nicht nur predigen, sondern auch Wunder thun. Er konnte nicht nur Gesunde krank, sondern auch Kranke gesund machen.
Als er in Frankfurt am Main seine Kreuzpredigt hielt, wurden die Siechen und Gebrechlichen aus der ganzen Gegend zu ihm gebracht; und es soll da mancher kuriert worden sein, wenn auch nur von seiner Einbildung.
So ward auch ein Greis hergebracht von edlem Geschlecht; er hatte die Gicht; die sollte ihm der Wunderthäter abnehmen.
Bernhard reichte ihm die Hand und im Augenblick war die Gicht verschwunden.
Da rief ein anwesender Priester: „Nimm dein Bett und gehe heim!" -
Das that Jener, und alles Volk staunte.
Auch noch einen Taubstummen und ein lahmes Weib heilte der heilige Bernhard.
An dem Orte nun, wo dies Alles geschah, erbauten die Mönche des Klosters Haina im Hessenlande eine Kapelle zum ewigen Andenken.
Noch jetzt führt der Hof in der Nähe der Domkirche den Namen Hainerhof; Wunder aber sollten dort nicht mehr geschehen. 

 

 

---
Textquelle: Karl Enslin: Frankfurter Sagenbuch. Sagen und sagenhafte Geschichten aus Frankfurt am Main. Neue Ausgabe. Frankfurt a. M., H. L. Brönner 1861, S. 14 f.