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Ernst Theodor Amadeus Hoffmann! Zuletzt Kammergerichtsrat zu Berlin. Sehr angenehm! Eigentlich heiße ich ja mit drittem Vornamen Wilhelm. Wilhelm!! Wie das klingt. - Nein, nicht nur deshalb. In der Hauptsache wegen der Musik. Kennst Du Wolfgang Amadeus Mozart? Ein begnadeter Komponist. Man würde wohl sagen, ich habe mich aus Verehrung für ihn später Amadeus genannt. Klingt doch aber auch besser, oder?
Anne Frank

Anne Frank

Theresa Rudolph

Das jüdisch, deutsche Mädchen Annelies Marie Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. Ihr Tagebuch, welches ihr Vater, Otto Frank, nach dem Krieg veröffent-lichte, ist in der ganzen Welt bekannt. Selten erhielt man so viel Einblick in die Zeit des Holo-caust und der Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus.

Anne verbrachte ihre ersten beiden Lebensjahre in einem kleinen Häuschen im Marbachweg 37. Bald darauf zog die Familie in die Ganghoferstraße 24. Doch als die NSDAP 1933 bei der Kommunalwahl in Frankfurt eine Mehrheit erreichte, war Deutschland für die jüdische Familie nicht mehr sicher.
So reiste Edith Frank mit ihren Kindern Margot und Anne zu ihrer Mutter nach Aachen, wäh-renddessen Otto Frank in die Niederlande zog, um dort eine Niederlassung seiner Firma Opekta zu gründen. 1934 kamen Edith und die Kinder nach und lebten seitdem in einem Haus an der Prinsengracht 263 in Amsterdam.
1960 ist in diesem Gebäude ein Museum zum Andenken an Anne Frank in Amsterdam er-richtet worden. Das Vorderhaus, das ehemalige Büro von Otto Frank und Arbeitsstätte seiner Helfer, zeigt gegenwärtig, was sich hier vor einigen Jahrzehnten zugetragen hat. Es ist die Geschichte Anne Franks, wie sie sich mit ihrer Familie im Hinterhaus über zwei Jahre lang vor den Nationalsozialisten versteckten. Eine Geschichte, in der die Angst, jeden Augenblick entdeckt zu werden, der alltägliche Begleiter war. Wer die Familie Frank verraten hat, ist bis heute ungeklärt. Aber am 4. August 1944 kam es zur Verhaftung der Versteckten. Bis zur Ankunft in Ausschwitz am 5. September lebte die Familie im Durchgangslager Westerbork. Edith und ihre Kinder mussten harte Arbeit verrichten und lebten unter katastrophalen hygie-nischen Bedingungen im Frauenlager Birkenau. Anne und Margot kamen im Oktober 1944 nach Bergen-Belsen, wo sie im Frühjahr 1945 aufgrund von Krankheiten in ein Schonungs-lager verlegt wurden. Doch nur zwei Monate später brach eine Typhus-Epidemie aus, an der erst Margot und wenige Tage später die erst 15-jährige Anne starben. Otto Frank überlebte als Einziger der Familie.
Diese tragische Geschichte wird im Museum in Amsterdam mit Hilfe von Zitaten aus Anne Franks Tagebuch, originalen Möbelstücken, Dokumenten und Fotos im vorderen Teil des Hauses wiedergegeben. Im hinteren Teil des Hauses, dem Versteck, werden noch ein-zelne persönliche Dinge aufbewahrt, wie beispielsweise Anne Franks Fotosammlung von Filmstars. Nach einer vollständigen Renovierung und Restaurierung im Jahre 1999, wurden im Nachbargebäude sämtliche Originalschriften des Tagebuchs untergebracht sowie ein Buchladen und ein kleines Café eröffnet. Das Museum zählt heute zu den zentralen Touris-tenattraktionen und verzeichnet jährlich immer steigende Besucherzahlen, die sich insgesamt mittlerweile auf über eine Million Besucher erstrecken.
Gedenkstele vor dem Geburtshaus von Anne Frank
Gedenkstele vor dem Geburtshaus von Anne Frank
Doch Anne Frank wird nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Frankfurt am Main in Ehren gehalten. Im Juni 1997eröffnete, auf Wunsch Otto Franks, eine Jugendbegegnungs-stätte in Namen seiner Tochter ihre Pforten. Seit dem gibt es die Dauerausstellung "Anne Frank. Ein Mädchen aus Deutschland", die 2003 neu eröffnet wurde. Das Anne Frank Haus in Amsterdam und das Anne Frank Zentrum in Berlin entwickelten und produzierten die Ausstellung neu und stellten sie der JBS Anne Frank multimedial zur Verfügung. Dabei soll die Ausstellung als ein aktiver Lernort speziell für die Arbeit mit Jugendlichen im Vordergrund stehen. Denn die Ausstellung, die sich um Anne Franks Tagebuch dreht, spricht Themen an, die bis heute großes Interesse bei den Jugendlichen wecken. Mit Hilfe der drei Ausstellungs-schwerpunkte Wer bin ich? Was geschieht mit mir? Was ist mir wichtig? erhalten die Besu-cher Informationen zu den historischen Zusammenhängen und den verschiedenen "Schichten der Geschichte" und vieler anderer verschiedener Themen, die sich die Besucher nach ihren eigenen Interessen erschließen können. Nebenbei gibt es auch verschiedene pädagogische Angebote, wie Fortbildungen, Seminare und Projekttage sowie andere Projekte über Antisemitismus, Kinderrechte und Menschenrechtsbildung.
Anne Frank zählt zwar nicht zu den Persönlichkeiten, die etwas sehr bedeutendes für die Stadt Frankfurt getan haben, aber doch ist sie eine weltbekannte Persönlichkeit, dessen Le-ben in Frankfurt begonnen hat. Und so erinnern die Frankfurter nicht nur mit der JBS an Anne Frank, sondern auch auf der Frankfurter Treppe sowie mit Gedenktafeln an den früheren Wohnungen der Familie Frank. Tun Sie es doch auch und besuchen Frankfurt am Main.

 

 

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Bildquelle:
Deutsche Bundespost: Anne Frank Briefmarke von 1979; wikipedia
Dontworry: Memorial stele (artist: Bernd Fischer) at house were Anne Frank was born, in Frankfurt am Main, Marbachweg No. 307; wikipedia

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