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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Vor zwei Jahren geschrieben am Ostermontag

Vor zwei Jahren geschrieben am Ostermontag

Bettina von Arnim

Die gebürtige Frankfurterin Bettina von Arnim (1785-1859), die vielen als die Schwester des Romantikers Clemens Brentano bekannt ist, war selber auch Dichterin und zudem mutige Streiterin für die sozialen Belange der Schwachen in der Gesellschaft. Das abgedruckte Gedicht findet sich in ihrem autobiografisch angelehnten Briefroman „Die Günderode" (1840), welcher die intensive Freundschaft zu Karoline von Günderrode verarbeitet. Bettinas Erschütterung über die Fällung der stattlichen Pappeln im Garten der Großmutter, nimmt sie im Buch zum Anlass, der Freundin das schon vor längerer Zeit verfasste Gedicht zu senden. In diesem kommt ihre tiefe Verbundenheit mit der Natur zum Ausdruck. Es ist eine Ode an ihre Kräfte, die sich im Motiv des im Frühling zu neuem Leben erwachten Baums wiederspiegeln.

Ulrike Unger

O himmlisch Grün, das unter Eis und Schnee in brauner Hülle sich barg und jetzt dein glühend Haupt im Antlitz der Sonne krönt.

Geliebter Baum! Könnt ich umwandeln doch in dein sanft rauschend Laub jene flüsternde Sprossen, die mit glänzendem Finger die Muse bricht, himmlischer Glorie voll, die Stirn zu umflechten dem Liebling, der mit Helm und Speer oder bogengerüstet, wo viel goldne Pfeile dahinfliegen, oder Rosse jagend oder mit leichtem Fuß zwölfmal umrennend das Ziel oder aufleuchtend mit der Flamme des Lieds, um sie wirbt.

O Baum, dich umdrängt heute der Bienen Schar, sie ziehen dem Duft nach der honigregnenden Blüte, sie sammeln ihren befruchtenden Staub und versummen die Tagesglut in deiner Krone kühlem Rauschen. Aber dann würd in deinem Schatten ruhn, der König ist am Mahle des Geists, und nähren würde deine Wurzel die Flut, die den eignen Gott im Busen ihm begeistert, zu alleroberndem Triumph.

Begegne dir nichts, was dich beleidigt, o Baum! Den keiner der Unsterblichen umwandelt. Ich zwar träume den Frühling in deinem Schatten, und mir deucht von Unnennbarem widerhallen zu hören rings die Wälder und die Hügel.

 

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Foto:

Pappel Castell, Rainer Lippert, Wikipedia, gemeinfrei