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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Altkönig

Altkönig

Adelheid von Stolterfoth

Dieses kleine Gedicht beschreibt den Berg Altkönig, von welchem sich heute ein imposanter Blick auf die Stadt Frankfurt bietet. In der Personifizierung des Berges wird der Tagesablauf des Altkönigs beschrieben, welcher sich sowohl in der Tagessonne als auch in der Dämmerung in ein beeindruckendes Lichtspiel hüllt. Geschrieben wurde das Stück von Adelheid von Stolterfoth (1800-1875) und erschien unter anderem in Nassau in seinen Sagen, Geschichten und Lieder, Band 1 1845.

Carolin Eberhardt

Altkönig trägt ein grün Gewand,

umhaucht von blauer Luft:

Stolz schaut er in sein weites Land,

gehüllt in Silberduft.


Und morgens, wann die Sonne steigt,

legt er den Purpur an,

Und abends, wann der Tag sich neigt,

hat er ihn ausgethan.


Und wenn er seine Krone nimmt

Von Wetternacht und Gluth,

Dann ist er auf sein Volk ergrimmt,

das rings im Thale ruht.


Doch plötzlich führt der Abendwind

Die Wolkenkrone fort,

spielt um die Stirn ihm leis‘ und lind

und flüstert manches Wort.


Da ruht sein Zorn, da schweigt er mild

Und schaut hinab ins Thal,

Gleich einem ersten Riesenbild,

umglänzt vom Mondenstrahl.


*****

Textquelle:

Gedicht entnommen aus: Henninger, Alois: Nassau in seinen Sagen, Geschichten und Liedern, Band 1, A.Scholz: Wiesbaden, 1845, S.70.


Bildquelle:

Sonnenuntergang am Altkönig (Taunus), fotografiert vom Erlenbach-Tal aus, 2005, Urheber: MdE via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.



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