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St. Albert

St. Albert

Sabine Gruber

Die Stadt Frankfurt ist reich an modernen Kirchenbauten. Das liegt nicht nur an den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und dem starken Wachstum der Stadt in der Zeit danach, die Wiederaufbauten und Neubauten nötig machten, sondern auch daran, dass Frankfurt bereits vor dem Zweiten Weltkrieg eine stark wachsende Stadt war und eine, die für das moderne Bauen sehr aufgeschlossen war. Nicht zuletzt das Projekt des Neuen Frankfurt, ein Stadtausbau im Sinne des Neuen Bauens von 1925 bis 1933 unter Oberbürgermeister Ludwig Landmann (1868-1945) und dem Architekten Ernst May (1886-1970), machte Frankfurt zu einem Zentrum moderner Architektur. Eine der nicht wenigen modernen Kirchen in Frankfurt, die bereits aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammen, ist die Sankt-Albert-Kirche im heutigen Stadtteil Dornbusch, einem Gebiet, das erst seit dem späten 19. Jahrhundert, vor allem aber im frühen 20. Jahrhundert, bebaut wurde. Zur Zeit des Baus der neuen Kirche gehörte das Viertel, in dem sie entstand, noch zu Ginnheim.

Die Sankt-Albert-Kirche mit ihrem breiten, imposanten Kirchenschiff und dem hohen, frei stehenden schlanken Turm gegenüber dem Standort des Hessischen Rundfunks wurde seit den frühen 30er Jahren für die Katholiken des noch jungen Stadtviertels im Norden Frankfurts geplant und in den Jahren 1937/38 gebaut. Ihr Architekt war der bekannte Kirchenbaumeister Martin Weber (1890-1941), der in den 20er und 30er Jahren zahlreiche moderne Kirchen im Rhein-Main-Gebiet baute. Bevor die neue katholische Kirche gebaut wurde, gab es in dem Viertel seit 1930 bereits eine evangelische Notkirche und eine Jugendbegegnungsstätte, in der sich unter anderem die katholische Jugend treffen konnte und in der bereits erste katholische Gottesdienste stattfanden. Das „Haus der Jugend“ in der Hansaallee 150 war nicht nur ein Treffpunkt, vor allem für Jugendliche, sondern auch die erste Jugendherberge Frankfurts. In dem bis heute erhaltenen Gebäude hat seit 1997 die Bildungsstätte Anne Frank ihren Sitz, benannt nach der Autorin, die im heutigen Dornbusch-Viertel geboren wurde und hier ihre ersten Lebensjahre verbrachte.

Der Bau der Sankt-Albert-Kirche, für die Katholiken im Viertel ein wichtiges Anliegen, wurde ausschließlich aus Geldern der Gemeinde und aus Spenden der künftigen Gemeindemitglieder finanziert. Seit 1931 war Georg Wilhelm Rudolphi (geb. 1894) Pfarrer der neu geschaffenen Pfarrei. Bald wurde ein Kirchbauverein gegründet. Am 10. April 1938, einem Palmsonntag, wurde die neue Kirche geweiht. Dem Namenspatron der Kirche, dem Heiligen Albertus Magnus (1193/1206-1280) ist ein Sgraffito des Frankfurter Künstlers Ludwig Becker (1914-1971) an der dem Haupteingang gegenüberliegenden Außenwand der Kirche gewidmet. Es zeigt den Heiligen mit Bischofsstab und von seinen Schülern begleitet. Albertus Magnus, dessen Gedenktag am 15. November gefeiert wird, trat früh in den Dominikanerorden ein, gründete in Köln eine Ordensuniversität, wurde Provinzial der Dominikanerprovinz „Teutonia“ und 1260 Bischof von Regensburg und starb als einer der wichtigsten theologischen Lehrer des Mittelalters. Das Sgraffito an der Kirchenwand sollte die wichtigste Tätigkeit des Heiligen als Lehrer auf den ersten Blick erkennbar machen.

In den 50er und 60er Jahren waren umfangreiche Bauarbeiten an dem im Krieg unzerstörten, aber nie ganz fertiggestellten Kirchengebäude nötig. Weil das Viertel nach dem zweiten Weltkrieg weiter wuchs, mussten Kirchenschiff und Altarraum erweitert werden, um mehr Menschen aufnehmen zu können. Auch ihren Turm erhielt die Kirche erst in der Nachkriegszeit. Der 45 Meter hohe, von einem Kreuz gekrönte Turm mit drei Glocken links vom Haupteingang der Kirche wurde 1960 errichtet. Das Pfarrhaus stammt aus demselben Jahr. Das wichtigste Schmuckelement an ihrer Fassade, die überlebensgroße Plastik „Christus – Friede und Heil für alle“ über dem Haupteingang erhielt die Sankt-Albert-Kirche sogar erst 1988. Das Kirchenschiff wird im Inneren durch unverputzte Pfeiler und hoch oben liegende Fenster gegliedert. Seitenschiffe gibt es nicht, weil Martin Weber in den von ihm geplanten Kirchen alle Aufmerksamkeit auf den Altarraum lenken wollte.

Seit 2015 gehört die Sankt-Albert-Kirche zur Großpfarrei Sankt Franziskus – Sankt Albert, in der fünf Kirchengemeinden zusammengeschlossen wurden. Mehrmals in der Woche ist St. Albert der Gottesdienstort für die koreanischsprachige katholische Gemeinde.

Adresse

Kath. Pfarrei Sankt Franziskus Frankfurt

Kirchort St. Albert Dornbusch

Bertramstraße 45

60320 Frankfurt


*****

Textquellen

Frankfurt-Lexikon. Mit einem Stadtplan herausgegeben von Waldemar Kramer. Sechste, neubearbeitete Ausgabe. Frankfurt a. M., 1973.

Greef, Klaus (Hg.): Das Katholische Frankfurt - einst und jetzt, Frankfurt a. M., 1989.

Lohne, Hans : Mit offenen Augen durch Frankfurt. Ein Handbuch der Brunnen, Denkmäler, Gedenkstätten und der Kunst am Bau, Frankfurt a. M., 1969.

>https://www.franziskus-frankfurt.de/kirche-vor-ort/kirchorte/st-albert-dornbusch/< abgerufen am 23.08. 2020.

>https://de.wikipedia.org/wiki/St._Albert_(Frankfurt_am_Main)< abgerufen am 23.08. 2020.

>https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Albertus_Magnus.htm< abgerufen am 23.08. 2020.

>https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsst%C3%A4tte_Anne_Frank< abgerufen am 23.08. 2020.

>https://frankfurterjugendring.de/ueber-uns/geschichte< abgerufen am 23.08. 2020.

>https://www.stadtgeschichte-ffm.de/de/info-und-service/frankfurter-geschichte/stadtchronik/1931< abgerufen am 23.08. 2020.

>https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Weber_(Architekt)< abgerufen am 23.8. 2020.

>https://www.wikiwand.com/de/Ludwig_Becker_(Maler,_1914)< abgerufen am 23.08. 2020.


Bildquellen

Vorschaubild: Frankfurt, St. Albert, Turm, 2013, Urheber: Karsten11 via Wikimedia Commons CC0.

Die St.-Albert-Kirche, 2013, Urheber: Karsten11 via Wikimedia Commons CC0.

St. Albert, Sgrafitto an der Kirche St. Albert in Frankfurt am Main von Ludwig Becker (1914-1971), 2017, Urheber: Ric alo via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0.

Frankfurt, St. Albert, Eingang mit Architekturplastik „Christus – Friede und Heil für alle“ über dem Hauptportal, 2013, Urheber: Karsten11 via Wikimedia Commons CC0.

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