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Markuskirche in Bockenheim

Markuskirche in Bockenheim

Sabine Gruber

Zentrum Verkündigung der EKHN in Frankfurt-Bockenheim

Im Ortskern von Bockenheim fällt sie auf, die Kirche mit ihrem hohen, ungewöhnlich geformten Turm in den Formen des Jugendstils. Zur Zeit ihres Baues im Jahr 1912 war die Markuskirche (heute Zentrum für Verkündigung der EKHN) sehr innovativ. Sie entsprach nicht nur äußerlich dem neuen Stilempfinden, sondern sie wurde auch mit neuen Materialien, wie Eisenbeton, errichtet. Wenn man bedenkt, dass gleichzeitig, im ersten und zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts, noch Kirchen im Stil der Neogotik errichtet wurden, kann man ermessen, wie modern die neue Kirche im Zentrum von Bockenheim damals wirkte. (Ob sich vielleicht auch einige alteingesessene Bockenheimer daran störten?) Aber warum wurde überhaupt eine neue Kirche in Bockenheim errichtet? Es gab doch bereits die Jahrhunderte alte Jakobskirche. Auch Bockenheim war während der Gründerzeit im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert stark gewachsen und verlor mehr und mehr seinen dörflichen Charakter. 1895 hatte es seine Eigenständigkeit verloren und war ein Stadtteil von Frankfurt am Main geworden. An vielen Stellen in und um den Ortskern wurden neue Gebäude im Stil des Historismus oder Jugendstil errichtet. Bereits zwei Jahrzehnte vor der Markuskirche war nur ein paar Meter entfernt die Sophienschule (heute Hauptschule) gebaut worden. Sie wirkt bis heute wie ein gründerzeitliches Palais, liegt aber seit der Errichtung der Markuskirche etwas versteckter.

Während der Turm der Markuskirche sehr auffällig ist, ist das Kirchenschiff wesentlich niedriger und schlichter. Der Eingang allerdings ist auffällig gestaltet. Ihn schmücken Ranken in den geschwungenen Formen des Jugendstils, die Weinstöcke symbolisieren. Über dem Eingangsportal thront ein Löwe, das Attribut des Apostels Markus, nach dem die Kirche benannt ist. Auch die Fassadengestaltung ist zwar schlicht, aber sehr elegant. Die Markuskirche wurde nach Plänen des Architekten Ernst Faust errichtet. Die Kirchweihe fand im Jahr 1912 statt. Wie so viele Gebäude in Frankfurt wurde auch die Markuskirche während des Zweiten Weltkriegs zerstört. Zu Beginn der 50er Jahre begannen die Arbeiten am Wiederaufbau. Sie wurden von den Architekten Helmuth und Edeltraut Hartwig geleitet. Der Grundriss der Kirche wurde etwas verändert und der alte Altarraum abgerissen. Auch nach dem Krieg war die Markuskirche mehrere Jahrzehnte lang Gemeindekirche. 2004 erhielt sie dann eine neue Funktion. Sie wurde erneut umgebaut und beherbergt seit ihrem Umbau das Zentrum Verkündigung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Links neben der Kirche findet sich heute auch ein moderner Anbau mit einem Parkplatz und dem Eingang zum Zentrum Verkündigung.

Das Zentrum Verkündigung sieht seine Aufgabe vor allem darin, Pfarrerinnen und Pfarrer und haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau bei ihrer Arbeit für die Verkündigung des christlichen Glaubens zu unterstützen. Unter „Verkündigung“ werden nicht nur Gottesdienste verstanden, sondern auch alle anderen kirchlichen Veranstaltungen, seien es Gruppen und Kreise, Hauskreise, Seminare oder Kirchenchöre. Auch die Gestaltung der Kirchenräume hängt nach dem Verständnis des Zentrums Verkündigung eng mit der Aufgabe der Verkündigung des christlichen Glaubens zusammen. Wichtig sei auch, bei der Verkündigung neben denen, die kirchlich sozialisiert wurden, auch diejenigen nicht zu vergessen, die der Kirche fremd und skeptisch gegenüberstehen. Das Zentrum Verkündigung will kirchliche Mitarbeiter/innen darin bestärken, die besonderen Gaben und Kompetenzen jedes/jeder Einzelnen wertzuschätzen und zu fördern.

Es gibt verschiedene Beratungsangebote und Fortbildungen, und es steht eine umfangreiche Bibliothek zur Verfügung, die Literatur aus den Fachbereichen Gottesdienst, Kunst und Kultur anbietet, Material zur Vorbereitung von Gottesdiensten, Festen und zur Gestaltung kirchlicher Räume zur Verfügung stellt. Darüber hinaus stehen Handapparate des Fachbereiches Missionarisches Handeln und Geistliches Leben sowie Bücher zum Fachgebiet der – hier ebenfalls angesiedelten – Abteilung Kirchenmusik bereit, vor allem Noten, die ausgeliehen werden können. Auf der Homepage gibt es auch ein umfangreiches Angebot von Texten zum Download.

Als elementare Fragen, denen es nachgehen will, nennt das Zentrum Verkündigung auf seiner Homepage die folgenden:

Was sollen wir tun und was können wir lassen?

Was gibt uns Kraft für unser Leben?

Wie finden wir in eine Haltung der Zuversicht und Besonnenheit, dass wir unsere Arbeit mit Freude und Liebe tun können?

 

Adresse

Zentrum Verkündigung der EKHN

Markgrafenstraße 14

60487 Frankfurt am Main

 

 

*****

Textquellen:

Frankfurt-Lexikon. Von Waldemar Kramer. Sonderausgabe für das Stadtschulamt Frankfurt. Frankfurt a. M. 1960

Bockenheimer Straßen erzählen von gestern, heute und morgen. Hrsg. von den Freunden Bockenheims e. V. - Verein für Ortsgeschichte. Text: Marie-Luise Latsch. Mammendorf 2006.

Handbuch für Eisenbetonbau: Gebäude für besondere Zwecke II. 3. Aufl. Berlin 1924.

>https://www.zentrum-verkuendigung.de/startseite.html < abgerufen am 30.11.2021.

>https://de.wikipedia.org/wiki/Markuskirche_(Frankfurt_am_Main)< abgerufen am 30.11.2021.

 

Bildquellen:

Vorschaubild: Markuskirche (Frankfurt-Bockenheim), 2010, Urheber: Peng via Wikimedia Commons CC0.

Frankfurt-Bockenheim Kurfürstenstraße Liegenschaft Rohmer 02, etwa 1912, Urheber: unbekannt via Wikimedia Commons CC0.

 

 

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