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Krabat

Florian Russi | Andreas Werner

Krabat ist die bekannteste Sagenfigur aus der Oberlausitz. Das Müllerhandwerk und das Zaubern hatte er vom "schwarzen Müller" erlernt, von dem man gemunkelte, dass er mit dem Teufel im Pakt stand. Irgendwann musste es zum Machtkampf zwischen Meister und Schüler kommen.

Die Hauptwirkungsstätte Krabats war die Mühle in Schwarzkollm, einem Dorf, das heute zu Hoyerswerda gehört. Die Mühle besteht noch und hat nach umfänglicher Restaurierung nichts von ihrer Romantik und Magie verloren. Seit 2012 finden hier die Krabat-Festspiele statt.

Die Bockenheimer Basaltbrüche

Die Bockenheimer Basaltbrüche

Sabine Gruber

An vielen Stellen kann man ihn in Frankfurt noch sehen, den Bockenheimer Basalt – an Kirchen wie der Christuskirche im Westend, deren äußere Mauerflächen aus diesem Gestein bestehen, an Häusersockeln und gelegentlich auch an Hausfassaden. Nur als Straßenbelag, vor der Einführung des Asphalts eine der wichtigsten Verwendungen des Gesteins, oder als Belag von Bürgersteigen findet man den Basalt heute kaum noch. Seine Verwendung in Frankfurt war typisch für die Verwendung des Gesteins auch in anderen Teilen Deutschlands. Denn durch seine besonders feste und wenig für Verschleiß anfällige Konsistenz eignet sich der Basalt besonders für Alles, das einiges aushalten muss wie Straßen oder auch Bahngleise. Für Straßen und Bürgersteige wird der Basalt heute unter anderem deshalb nicht mehr verwendet, weil er bei Nässe rutschig werden kann.

Schon die Römer, die sich am Main niedergelassen hatten, wussten die Vorzüge des Bockenheimer Basalts zu schätzen und verwendeten ihn für den Straßenbau. Und auch für die ältesten mittelalterlichen steinernen Gebäude Frankfurts wurde das stabile Gestein, dessen Farbe von Schwarz bis Hellgrau reichen kann, verwendet. Ja, neben dem roten Sandstein aus dem mainfränkischen Miltenberg war der Basalt aus Bockenheim - bis 1895 ein selbstständiger Ort, heute ein Frankfurter Stadtteil - über lange Zeit das beliebteste Frankfurter Baumaterial. Entstanden sind die Basaltvorkommen in Bockenheim aus Lava aus den Vulkanen des oberhessischen Vogelsbergs, die nach Süden in Richtung Wetterau und bis über die heutige Frankfurter Stadtgrenze hinaus abgeflossen war. In Bockenheim türmte sich der Basalt zum Teil bis zu 18 Meter hoch. Der Lehrer und Geologe Georg Friedrich Kinkelin (1836-1913) beschreibt die Gesteinslagen in Bockenheim in seinem Aufsatz „Über die Corbiculasande in der Nähe von Frankfurt a. M.“ folgendermaßen: „Auch in Bockenheim ist die unterste Basaltlage großlöcherig. Unter derselben liegt unmittelbar, nur etwa durch eine 1-5 mm dicke Thonschicht verwitterten Basaltes getrennt, feiner, bräunlich gelber bis rötlicher, milder, total kalkfreier Sandstein, also ein Gestein, das sich von dem feinen, vielfarbigen, schlichigen Sand von Eckenheim nur dadurch unterscheidet, daß es etwas mehr verbunden ist. Die Zeolithausscheidungen, nicht selten in den verzogenen Löchern des Basaltes, haben sich auch in den lockeren Sandstein gezogen und lassen sich da als kleine wasserklare Nädelchen, auch etwa kleine Hohlräume des Sandes auskleidend, beobachten.“

Das Bockenheimer Basaltvorkommen weckte immer wieder das Interesse von Geologen und nicht zuletzt auch das des geologisch sehr interessierten Johann Wolfgang Goethe, den seine gesteinskundlichen Exkursionen manchmal auch in die Nähe von Frankfurt führten. Am 20. August 1797 notierte er in seinem Tagebuch: „Früh nach Bockenheim die Basaltgruben zu besehen.“ Der Bockenheimer Basalt war aber nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Wirtschaft interessant und bis weit in das 19. Jahrhundert hinein aufgrund seiner besonderen Eigenschaften gefragt. Edmund Heusinger von Waldegg schrieb darüber in seinem Werk über „Die Kalk-, Ziegel- und Röhrenbrennerei“: „Bei Bockenheim, unweit von Frankfurt a/M., wird eine poröse, schwarzgraue Lava (Basalt) gebrochen, welche frisch im Bruche sich ziemlich leicht bearbeiten läßt und einen sehr festen Baustein liefert. Die Abfälle von diesen Bausteinen geben geglüht, und zerstoßen, und das Pulver mit fettem Kalke gemengt, einen vorzüglichen Wassermörtel.“

Nicht nur Basalt wurde einst in Bockenheim gebrochen, sondern auch Braunkohle gefördert. Heute erinnert in dem Frankfurter Stadtteil, der lange Zeit durch die Goethe-Universität geprägt war, nur noch wenig an die dortigen Steinbrüche und Gruben. An die Bedeutung des Basalts für die Stadt erinnert vor allem die Basaltstraße, die in Bockenheim von der Leipziger Straße zur Bernusstraße verläuft. Außerdem gibt es an der Ecke Leipzigerstraße, Basaltstraße und Grempstraße einen aus Basalt und Bronze gefertigten und von Eberhard F. Gutberlet entworfenen Brunnen aus dem Jahr 1986, der in seiner Form an historische Hydranten erinnert.

 

 

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Textquellen: 

Frankfurt-Lexikon: Mit einem Stadtplan herausgegeben von Waldemar Kramer, Sechste, neubearbeitete Ausgabe, Frankfurt a. M., 1973.

Frankfurt und seine Bauten, Herausgegeben vom Architekten und Ingenieur-Verein, Frankfurt a. M., 1886.

Goethe, Johann Wolfgang : Tagebücher. Band I. 1770-1810, Hrsg. von Gerhart Baumann, Stuttgart, 1956 (= Goethe: Gesamtausgabe der Werke und Schriften. Zweite Abteilung: Schriften. Bd. 11).

Kinkelin, Georg Friedrich: Über die Corbiculasande in der Nähe von Frankfurt a. M in: Bericht der Senkenbergischen naturforschenden Gesellschaft, 1885, S. 259-265.

Kinkelin, Georg Friedrich: Vor und während der Diluvialzeit im Rhein-Maingebiet in: Bericht der Senkenbergischen naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt a. M., 1895, S. 47-73.

Lehmann, Johann Christian von: Der Basalt chemisch und physisch beurtheilt, Frankfurt a. M., 1739.

Schmid, Armin und Renate: Die Römer zwischen Main und Rhein: Das Leben in der Obergermanischen Provinz, Frankfurt a. M., 1972.

Waldegg, Edmund Heusinger von: Die Kalk-, Ziegel- und Röhrenbrennerei: In ihrem ganzen Umfange und nach den neuesten Erfahrungen, 2. Aufl., Leipzig, 1867.

>https://de.wikipedia.org/wiki/Basalt< abgerufen am 16.05.2024.

>https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_von_Bockenheim< abgerufen am 16.05.2024.

>https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Friedrich_Kinkelin< abgerufen am 16.05.2024.

>https://www.frankfurt-zoom.de/strassen/basaltstrasse/< abgerufen am 16.05.2024.

>https://www.kunst-im-oeffentlichen-raum-frankfurt.de/de/page19.html< abgerufen am 16.05.2024.

Bildquellen:

Vorschaubild: Bockenheim, Basaltbrunnen, 2012, Urheber: Karsten Ratzke via Wikimedia Commons CC0 1.0 DEED.

 

 

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