Innerhalb des von Ernst May (1886-1970) gemeinsam mit zahlreichen anderen Architekten, Ingenieuren und Designern geplanten „Neuen Frankfurt“ war die zwischen 1927 und 1928 angelegte Siedlung Römerstadt in Frankfurt-Heddernheim ein besonderes Prestigeprojekt. Finanziell weniger gut gestellte Familien sollten hier bezahlbaren und komfortablen Wohnraum finden. In den Häusern gab es fließendes warmes Wasser und die gesamte Siedlung war elektrifiziert. Die Küchenräume waren alle mit der von Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) entworfenen Frankfurter Küche ausgestattet. Dementsprechend wurde auch die Volksschule der Siedlung so modern und komfortabel wie möglich ausgestattet, um den zahlreichen Kindern, die mit ihren Eltern in die Siedlung gezogen waren, ein ansprechendes Lernumfeld zu bieten.
> Die Volksschule wurde – damals noch unter dem Namen Römerstadtschule – im August 1929 eröffnet. Sie war mit 11 Klassen, die von insgesamt 400 Kindern besucht wurden, relativ groß und verfügte deshalb über eine eigene Rektorenstelle. Architekt der Schule war Martin Elsaesser (1884-1957), der seit 1925 in Frankfurt Städtischer Baudirektor war und beim Bau der Römerstadtschule mit Wilhelm Schütte (1900-1968) zusammenarbeitete. Das langgestreckte, weiß verputzte, dreigeschossige Gebäude mit den breiten Fensterbändern, das auf jeden weiteren Schmuck verzichtet und sich in seiner Formensprache an den anderen Gebäuden der Siedlung orientiert, unterschied sich damals stark von den Wilhelminischen Schulgebäuden der Gründerzeit mit ihrem aus der Vergangenheit stammenden Formenrepertoire. Wichtiger als eine geschmückte Fassade wurde das Innenleben der Schule genommen, das modernsten Anforderungen entsprach. Neben den Klassenräumen gab es eine Schulküche, eine Halle zum Spielen und eine Turnhalle.