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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Die Frankfurter Skyline

Die Frankfurter Skyline

Ralph Zade

Mainhattan – der inoffizielle Beiname Frankfurts nimmt darauf Bezug, dass die Stadt die einzige in Deutschland ist, die eine echte Skyline hat. Eine Skyline, die Frankfurt von der Anmutung her zur amerikanischsten Stadt Deutschlands macht. Fast alle der 20 höchsten Wolkenkratzer Deutschlands stehen hier. Mehr als 40 Gebäude sind mehr als 100 Meter hoch. Wie kommt es, dass gerade Frankfurt, das zwar eine Großstadt, aber bei weitem nicht die größte Stadt Deutschlands ist, diese einmalige Stellung hat?

Erste Hochhäuser gab es in Frankfurt, das damals noch durch einen mittelalterlichen Stadtkern geprägt war, schon in den 20er und 30er Jahren. Als erstes Hochhaus wird von manchen der 1926 fertiggestellte Mousonturm angesehen. Dessen Höhe von gerade einmal 33 Metern nimmt sich allerdings neben den Wolkenkratzern von heute bescheiden aus. Zu nennen sind auch das Gewerkschaftshaus im Gutleutviertel, das mit seinen 31 Metern ebenfalls nicht mehr besonders imposant wirkt, zu seiner Zeit aber die Bebauung in seinem Umfeld weit überragte, und das I. G. Farben-Haus, die beide 1931 fertiggestellt wurden.

Der Zweite Weltkrieg machte in der Frankfurter Innenstadt städtebaulich tabula rasa. Von der historischen Bausubstanz blieben nur kleine Teile verschont. Nach dem Krieg wäre Frankfurt beinahe die Hauptstadt der Bundesrepublik geworden, dieser Plan zerschlug sich dann. Deswegen versuchte die Stadtpolitik, an die Tradition als Handelsstadt anzuknüpfen, was dazu führte, dass Büroraum benötigt wurde.

Anders als etwa in München entschied man sich nicht dafür, die Innenstadt auf größerer Fläche zu rekonstruieren. Der Wiederaufbau in den 50er und 60er Jahren musste schnell gehen und erfolgte mit häufig gesichtslosen Bauten, deren architektonische Qualität zu wünschen übrigließ. Insofern war die Beeinträchtigung des Stadtbildes, die anderswo Argument gegen eine Zulassung von Hochhäusern war, in Frankfurt kein Thema. Und so kam es, dass in den 70er Jahren bauplanerische Entscheidungen getroffen wurden, die von denen in anderen deutschen Städten abwichen.

Ganz harmonisch verlief der Hochhausbau allerdings auch in Frankfurt nicht. Der sogenannte Fünffingerplan, der eine Innenstadterweiterung nach Westen an fünf Achsen entlang vorsah, hätte zum Bau von Hochhäusern im Westend geführt – dies wurde in den 70er Jahren aufgrund massiver Proteste, die heute als „Frankfurter Häuserkampf“ bekannt sind, dann jedoch verhindert. Die Problematik bestand im Wesentlichen darin, dass der Bau von Hochhäusern zu massiven Preissteigerungen bei Grundstücken führte und zu Bauspekulation und zur Vertreibung der Wohnbevölkerung Anlass bot. Auch in anderen Stadtteilen war dies partiell ein Problem. Letztlich kam es zu einer sogenannten Cluster-Lösung: es wurden eng begrenzte Baugebiete ausgewiesen, in denen Hochhäuser zulässig waren. 1998 wurde ein Hochhausrahmenplan erlassen, der dies festlegte. Dabei wurden gewachsene Wohngebiete ausgenommen. Bauzonen für Hochhäuser sind demnach vor allem das Bankenviertel und das Europaviertel.

Eine Rolle für die Hochhausentwicklung in Frankfurt spielt überdies, dass Frankfurt von der Fläche her relativ klein ist und nicht unbegrenzt ins Umland wachsen kann, weil die Bauplanung – aus guten Gründen – vorsieht, dass jenseits des Frankfurter Grüngürtels nicht gebaut werden soll. Das Wachstum in der Höhe kompensiert damit teilweise ein nicht mögliches Wachstum der Stadt in die Breite.

Das erste über 100 m hohe Hochhaus in Frankfurt und gleichzeitig das erste, das höher war als der 95 m hohe Domturm, war 1972 der AfE-Turm mit 116 m, der auf dem Campus Bockenheim der Frankfurter Universität stand. Er wurde 2014 gesprengt. 1978 entstand mit dem Silberturm, der die Firmenzentrale der Dresdner Bank beherbergte und mit seinen gut 166 m Höhe zwölf Jahre lang das höchste Hochhaus Deutschlands war, einer der heute noch bekanntesten Wolkenkratzer. 1984 entstanden die beiden 155 m hohen Türme der Konzernzentrale der Deutschen Bank. Deutlich höher ist mit 259 m der Commerzbank Tower, seit 1997 das höchste Hochhaus Deutschlands, der zeitweise auch das höchste Haus in ganz Europa war. 2014 wurde der 185 m hohe Neubau der Europäischen Zentralbank eingeweiht. Andere bekannte Hochhäuser sind der Messeturm (1991 fertiggestellt / 256 m hoch), der Main Tower (1999 eröffnet / 200 m hoch) und der Omniturm (2019 / knapp 190m hoch). Und der Hochhausbau ist Frankfurt noch lange nicht an sein Ende gekommen – es gibt zahlreiche neue Projekte und vor allem das neue Europaviertel hält Ergänzungen zur Skyline bereit. Heute haben die meisten Frankfurter sich mit dem Hochhausbau arrangiert und sehen die Skyline als Wahrzeichen ihrer Stadt, das wirtschaftliche Prosperität symbolisiert.

Wer die Frankfurter Skyline sehen möchte, die schon bei der Anfahrt auf den Frankfurter Hauptbahnhof ansatzweise zur Geltung kommt, der kann das von verschiedenen Standorten aus tun. Einen guten Überblick bietet der Main Tower, der selbst Teil von ihr ist. Hier kann man die Aussicht mit einem Abend im Restaurant auf dem Turm verbinden. Sehen kann man die Silhouette vieler Hochhäuser überdies vom Museumsufer aus. Auch die Aussichtsplattform des Turms des Kaiserdoms, der, bevor es Hochhäuser gab, den Rest Frankfurts überragte, bietet einen guten Blick. Und wer sich weiter von der Innenstadt entfernen möchte, um die Hochhaussilhouette aus der Distanz umso besser sehen können, kann den Goetheturm am Rande des Stadtwalds oder den Lohrberg nutzen, um sich einen Überblick zu verschaffen, der seine Bezeichnung verdient.

 

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Textquellen:

Seite der Stadt Frankfurt zu verschwundenen Hochhäusern abgerufen von >https://frankfurt.de/service-und-rathaus/presse/texte-und-kampagnen/features/frankfurts-skyline< am 21.06.2023.

Webseite auf skylineatlas.de zur Hochhausentwicklung abgerufen von >https://www.skylineatlas.de/forum/warum-gibt-es-hochhaeuser-in-frankfurt/< am 21.06.2023.

Private Webseite zur Frankfurter Skyline abgerufen von >https://juliasjourneyz.com/frankfurter-skyline/#Warum_ist_Frankfurt_die_einzige_Stadt_mit_Skyline< am 21.06.2023.

FR-Bericht zu geplanten Hochhäusern abgerufen von >https://www.fr.de/frankfurt/skyline-frankfurt-projekt-four-hochhaeuser-in-innenstadt-stehen-immer-dichter-92113387.html< am 21.06.2023.

Seite von Ryanair zu Aussichtspunkten abgerufen von >https://www.ryanair.com/try-somewhere-new/de/de/reisefuhrer/aussichtspunkte-in-frankfurt/< am 21.06.2023.

 

Fotos: Carolin Eberhardt, 2021.

 

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