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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt

Ralph Zade

Am 19.5.2022 stand sie zum bisher letzten Mal auf dem Balkon des Frankfurter Römers und winkte den dichtgedrängt jubelnden Fans zu, die den Römerberg, die gute Stube der Frankfurter Altstadt, zu Tausenden bevölkerten – die Profimannschaft im Herrenfußball, die man normalerweise mit dem Namen „Eintracht Frankfurt“ verbindet. Frankfurter wissen, dass die Fußballsparte nur eine von vielen – aktuell 18 – Sparten des Vereins ist, aber auch für sie ist dieser erfolgreichste Teil desselben der, der ihnen beim Stichwort „Eintracht Frankfurt“ als erstes in den Sinn kommt (wenn sie nicht gerade in einer der anderen Sparten aktiv sind). Der der Jubelfeier zugrundeliegende, einen Tag vorher errungene Erfolg, der Gewinn der Europa-League durch einen in Sevilla errungenen, hart erkämpften 5:4-Sieg nach Elfmeterschießen gegen die Glasgow Rangers – nach der Verlängerung hatte es noch 1:1 gestanden –, ist einer der größten in der Vereinsgeschichte, einer Geschichte, die reich an Höhen und Tiefen ist.

42 Jahre vorher, am 21.5.1980, hatte man den ersten und bis dahin einzigen Sieg in einem internationalen Wettbewerb erreicht, den Gewinn des UEFA-Pokals, wobei der Gegner ein deutscher war – Borussia Mönchengladbach. Dabei reichte ein 1:0-Sieg im heimischen Waldstadion, da die 2:3 Auswärtsniederlage aus dem Hinspiel zwar vom Torverhältnis her nur egalisiert werden konnte, die Auswärtstore dem Regelwerk nach aber den entscheidenden Vorteil brachten.

Für ältere Frankfurter von noch größerer Bedeutung ist allerdings der am 28.6.1959 in der Verlängerung erkämpfte 5:3-Sieg gegen die Kickers aus dem nahegelegenen und bei vielen Frankfurtern unbeliebten Offenbach – Schauplatz dieses Erfolges, der der Eintracht die erste und bisher einzige deutsche Meisterschaft brachte, war das mit 75.000 Zuschauern gefüllte Olympiastadion in Berlin. Die Bundesliga gab es damals noch nicht – die Eintracht hatte sich als Meister der Oberliga Süd und Sieger der Gruppe 1 in der Endrunde qualifiziert.

Als die Bundesliga vier Jahre später gegründet wurde, 1963, gehörte ihr die Eintracht als Gründungsmitglied an. Auch wenn sie zwischendurch mehrfach in die zweite Liga abstieg, ist sie der Liga damit länger verbunden als Bayern München – der heutige Rekordmeisterverein schaffte erst 1965 den Aufstieg. Und über die Langstrecke betrachtet, braucht sich die Leistung der Eintracht nicht zu verstecken – in der ewigen Tabelle belegt sie immerhin Platz 8. Fünf Pokalsiege (1974, 1975, 1981, 1988 und 2018) runden die Erfolgsbilanz ab. Auch den Rekord für die meisten absolvierten Bundesligaspiele hält ein Frankfurter – Charly Körbel absolvierte von 1971-1992 deren 602 und er verbrachte seine gesamte Bundesligakarriere in Frankfurt. Dementsprechend ist sein Ruf in der Stadt bis heute legendär, auch wenn viele jüngere Fans ihn nicht mehr selbst haben spielen sehen.

Gute Stube zum Erfolge feiern ist für die Eintracht der Römerberg, gute Stube zum Spielen dagegen das Waldstadion. Das im Stadtwald in Sachsenhausen-Süd gelegene Stadion heißt seit 2020 offiziell „Deutsche Bank Park“, davor hieß es „Commerzbank Arena“ – die Namen verraten, welche Branche in Frankfurt in erster Linie als Sponsor infrage kommt. Viele nennen das Stadion aber nach wie vor Waldstadion. Nicht nur sein Name wechselt gelegentlich, auch seine äußere Gestalt. Vor fast 100 Jahren, 1925, wurde das erste Stadion errichtet, 1955 und für die Fußballweltmeisterschaft 1974 baute man es um, der letzte Umbau, der eigentlich ein Neubau ist, der von dem Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner verantwortet wurde, hatte ebenfalls eine Fußballweltmeisterschaft zum Anlass, nämlich die von 2006. Das Waldstadion ist kein reines Fußballstadion, sondern auch Schauplatz für Wettbewerbe anderer Sportarten und hat in den 80er und 90er Jahren auch schon Großauftritte internationaler Sängerstars von Madonna über Prince und die Rolling Stones bis Michael Jackson erlebt.

Im Verein singen kann man in der Eintracht nicht, wenn man von Fangesängen einmal absieht, aber andere Sportarten als Fußball ausüben durchaus. Hier wird das Vereinsmotto „Von der Breite in die Spitze“ gelebt. In den eingangs genannten 18 Vereinssparten kann man über 50 Sportarten betreiben – dabei reicht das Spektrum von klassischen Disziplinen wie Basketball, Eishockey, Hockey, Leichtathletik, Tennis, Turnen, Tischtennis und Volleyball bis hin zu modernen Sportarten wie Ultimate Frisbee, Tischfußball und – seit 2018 – e-Sports.

Die Verbundenheit des Vereins mit Frankfurt kommt nicht nur dadurch zum Ausdruck, dass der umstrittene Oberbürgermeister Peter Feldmann nach dem Europa-League-Erfolg 2022 die gewonnene Trophäe erst einmal an sich nahm und sie hochreckte, als hätte er sie persönlich errungen, sondern auch durch den Frankfurter Adler, der zentraler Bestandteil des Vereinswappens ist, über alle Veränderungen desselben hinweg. Wappenformen hat es schon ein paar gegeben, denn die Geschichte des Vereins ist lang. Vorläufer auf die man sich beruft, gab es schon Ende des 19. Jahrhunderts, der Name „Eintracht“ wurde 1920 erstmals im Zusammenhang mit dem Verein verwendet. Die Geschichte der Gründerjahre ist aufgrund von verschiedenen Vereinszusammenschlüssen, die dann teils wieder aufgelöst wurden, etwas unübersichtlich. Der Verein hat nicht nur sportlich, sondern auch politisch schwere Zeiten überlebt – in der Nazizeit wurden jüdische Mitglieder aus dem Verein gedrängt, heute bemüht man sich um die Aufklärung der Vorgänge jener Zeit. Nach dem Krieg ging es dann wieder bergauf, mit der Meisterschaft von 1959 als erstem Höhepunkt. Heute ist der Verein, dessen (im Juni 2022) 110.000 Mitglieder nicht alle aus Frankfurt stammen, nicht nur ein Identifikationsobjekt für viele Frankfurter und auswärtige Fußballfans, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region.

 

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Textquellen:

Gotta, Frank;Hermann, Othmar: Im Herzen von Europa … Eintracht Frankfurt: Die Geschichte eines der bekanntesten Fußballvereine Europas, Agon Sportverlag, Kassel, 2006.

Heinisch, Jörg; Hermann, Othmar: Adler auf der Brust: Die großen Spieler von Eintracht Frankfurt und andere Geschichten des hessischen Traditionsklubs, Agon Sportverlag, Kassel, 2010.

Website von Eintracht Frankfurt abgerufen von >https://www.eintracht.de/ am 16.12.2022.

Website des Stadions „Deutsche Bank Park“ abgerufen von >https://www.deutschebankpark.de/< am 16.12.2022.

 

Bildquellen:

Vorschaubild: Frankfurter Mannschaft vor einem Europa-League-Spiel gegen den FC Salzburg am 28. Februar 2020, Urheber: Werner100359 via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0.

Wandgemälde in Frankfurt, Grüneburgweg 81, zur Erinnerung an den Pokalsieg 2018, Urheber: Karsten Ratzke via Wikimedia Commons CC0.

Fußballspiel Deutschland gegen Finnland bei der Arbeiterolympiade 1925, Ureber: The Sports Museum of Finland via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

The old Waldstadion prior to the latest reconstruction, 2001, Urheber: Eintracht4ever via Wikimedia Commons Public Domain.

 

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